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Das Vereinstagebuch 2023-2024
 
09.02.2014 Entwicklung der Chinesischen Raumfahrt

Bei einem Vortrag im Ascherslebener Planetarium konnten Zuhörer alles rund um die Raumfahrt im Reich der Mitte lernen.  

Referent Hendrik Brücke – Sternwarte Quedlinburg

MZ vom 12.02.2014     Foto: Frank Germann Text: Anja Riske

ASCHERSLEBEN/MZ. Von Apollo 11 und Astronauten wie Neil Armstrong, von Kosmonauten wie Juri Gagarin und Sigmund Jähn oder Weltraumbahnhöfen wie Cape Canaveral und Baikonur haben wohl viele Menschen schon einmal gehört. Aber wie sieht es aus mit Wissenschaftlern wie Qian Xuesen, der Dongfeng-Rakete oder der Shenzhou 5-Mission? Wer bei all diesen Worten nur Fragezeichen im Kopf hatte, konnte am Freitagabend im Ascherslebener Planetarium Antworten bekommen.

Vortrag unter der Kuppel

Dort hatten die Aschersleber Sternfreunde zu ihrem ersten öffentlichen Vortrag in diesem Jahr eingeladen. Das Thema: Chinas Raumfahrt. Als Referent war Hendrik Brücke von der Sternwarte Quedlinburg zu Gast, der auch Mitglied bei den Sternfreunden ist. Brücke beschäftigt sich schon seit Kindertagen mit dem Thema Raumfahrt. Das alles habe angefangen, als die Kosmonautin Valentina Tereschkowa 1963 ins Weltall reisen durfte. Er sei damals neun Jahre alt gewesen und eine Nachbarin habe seiner Mutter ganz aufgeregt erzählt: „Die Russen haben eine Frau in den Himmel geschossen.“ Das weckte die Neugier des Jungen: „Andere hatten Dampfloks, ich habe mich für Raketen interessiert“, berichtet er. Und diese Begeisterung hat ihn noch immer nicht losgelassen.

In seinem Vortrag, den er den Ascherslebener Zuhörern präsentiert, dreht sich alles um die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von Chinas Ausflügen ins Weltall. Als „Vater der chinesischen Raumfahrt“ gelte der Wissenschaftler Qian Xuesen, erklärt Hendrik Brücke dem Publikum und zeigt Bilder des Mannes in einer Powerpoint-Präsentation, die auf die Kuppel des Planetariums projiziert wird. Er lebte und arbeitete eine Zeit lang in den USA. Nach der Rückkehr in seine Heimat war er an der Entwicklung der ersten flüssigkeitsbetriebenen Rakete im Reich der Mitte – genannt Dongfeng, was so viel bedeutet wie Ostwind – beteiligt; und er war Gründer der Chinesischen Akademie für Weltraumtechnologie. Doch seine Arbeit legte auch den Grundstein für vieles, was danach kam, beispielsweise die erste bemannte Raumfahrtmission Chinas im Jahr 2003 unter dem Namen Shenzhou 5. Die Vorbereitung dieser Mission hatte fünf Jahre in Anspruch genommen, erfahren die Zuhörer in Aschersleben. Und ihr folgten weitere Missionen, an denen dann auch Frauen beteiligt waren. Die Taikonauten – so der Name für die chinesischen Raumfahrer – starten dabei übrigens von einem Weltraumbahnhof in Xichang.

Mittlerweile verfügen die Chinesen über moderne Weltraumtechnik, entwickeln ihre nächste Rakete „Langer Marsch 10“ und betreiben eine eigene Weltraumstation. Sie konnten mit einem unbemannten Flug auf der Rückseite des Mondes landen und von dort Proben sammeln und haben sogar schon einen Rover zum Mars geschickt, der auf dem roten Planeten eine Art „Selfie“ gemacht hat, berichtet Hendrik Brücke. Während die früheren Entwicklungen des Landes im Bereich der Raumfahrt sich noch sehr an denen anderer Nationen orientierten, „müssen die Chinesen heute nichts mehr abkupfern“, sagt Brücke. Sie seien selbst zu einer der führenden Weltraumnationen aufgestiegen.

 
07.- 09.2023 Astronomischer Sommerausflug nach Klingenthal

Nach drei Jahren konnten wir endlich wieder unser jährliches Astrocamp durchführen. Es führte und nach 22 Jahren wieder nach Klingenthal in Sachsen. Bestes Reisewetter war vorhergesagt.

Acht Sternfreunde wollten sich diese Reise nicht entgehen lassen und trafen sich daher am Freitag früh in Hettstedt, um von dort direkt zum ersten Höhepunkt der Reise zu fahren. Erster Stopp war nämlich die Privatbrauerei in Erlbach.

Bevor wir dort lecker zu Mittag gegessen hatten, erhielten wir eine exklusive Führung in der (Mini-)Brauerei durch den Seniorchef. Er erklärte uns den Brauvorgang und wie man die verschiedenen Biersorten herstellt.

Anschließend fuhren wir in die Instrumentenbauerstadt Markneukirchen. Dort besichtigten wird das Musikinstrumentenmuseum. SEHR INTERESSANT!!! Danach ging es weiter nach Klingenthal zur Jungendherberge auf dem Aschberg; direkt an der Grenze zu Tschechien. Dort bezogen wir unsere Zimmer und nahmen unser Abendbrot ein. Beim anschließenden gemütlichen Beisammensein wurde der nächste Tag besprochen und ein Spaziergang gemacht.

Tag 2 der Reise stand ganz im Zeichen von Sigmund Jähn, dem ersten Deutschen im All. Wir sind immer noch alle stolz auf unseren Kosmonauten.

Die Raumfahrtausstellung in Morgenröthe-Rautenkranz, dem Heimatort von Sigmund Jähn, hatte sich über die Jahre stark verändert und wird sich auch noch weiter verändern. Sie befasst sich auf jedem Quadratmeter Ausstellungsfläche mit der Raumfahrt, von den Anfängen bis heute und widmet sich natürlich auch Sigmund Jähn persönlich.

Unser Mittagessen nahmen wir im Weltraumbahnhof Rautenkranz ein. Hier war vor 22 Jahren die Weltraumausstellung drin. Jetzt ist dies ein gemütliches Plätzchen zum Verweilen, gut Essen und auch Übernachten. Zum Eisessen fuhren wir anschließend nach Auerbach. Dort trennten sich dann die Wege der Mitreisenden. Gruppe 1 fuhr direkt zurück zur Jugendherberge, Gruppe 2 zum „Shopping“ und die Grupe 3 fuhr ins Freibad nach Klingenthal zum Baden.

Den Ausklang des Tages verbrachten wir wieder gemeinsam beim Grillen, Quatschen und Gedanken austauschen.

Wegen großer Hitzevorhersage beschlossen wir bereits am Samstagabend, dass wir direkt nach dem Frühstück des kommenden Tages den Rückweg nach Hause antreten wollen. Gesagt, getan! Nach einem ausgiebigen Sonntagsfrühstück wurden die Sachen gepackt und die Rückreise stand auf dem Plan. Jedes Auto individuell. Ohne Komplikationen waren alle Teilnehmer gegen Mittag wieder zurück.

Es war ein schönes Wochenende. Danke an die Organisatorin PETRA!   (Bilder: Sternfreunde, Text: Manuela)

 
28.04.2023  Unter den Sternen - Ringheiligtum in Pömmelte
Für den 21.04.23 wurde, unter organisatorischer Federführung der KVHS des Salzlandkreises, ein astronomischer Beobachtungsabend im Ringheiligtum geplant.
Der Verein "Sternfreunde Aschersleben e.V." stellte die Beobachtungstechnik zur Verfügung, um dem Nachthimmel über dem Ringheiligtum näher zu kommen. Vereinsmitglieder führten mit Erläuterungn, Anekdoten und viel Fachwissen durch diesen Abend.

Bei klarem Himmel und angenehmen Temperaturen konnten Himmelsobjekte beobachtet werden, die auch schon von unseren steinzeitlichen Vorfahren so gesehen wurden. Durch die mitgebrachten Teleskope waren einige Flecken auf der Sonne zu bewundern. Später war der horizontnahe rote Sonnenball bei einem wundervollen Sonnenuntergang durch ein Tor des Palisadenrings zu sehen. Alle Gäste waren gebannt von diesem magischen Moment.
Mit abnehmender Helligkeit konnte die 2 Tage alte zunehmende Mondsicht besichtigt werden. Später kam oberhalb des Mondes noch die gleißend hell leuchtende Venus dazu. Später waren noch die Sternbilder des Frühlingshimmels zu sehen.
Die Zeit verging viel zu schnell und 22:00 Uhr wurde dieser Beobachtungsabend leider schon beendet.

Als Lohn gab es von den Gästen einen tosenden Applaus und ein Vesprechen beim nächsten Mal am 12.08.2023 ab 22:00 Uhr wieder dabei zu sein.

Foto: Devin Drexel und Klaus Rockmann

 
 
 02.02.2023  Super Start im neuen 25. Sonnenfleckenzyklus

Beobachtungsbericht Sonne – Januar 2023

Am 2. Januar konnte ich meine erste Sonnenbeobachtung im Neuen Jahr durchführen. Damit hatte ich mein Beobachtungsprotokoll Nr.- 3000 geschrieben. Die Sonne zeigte sich an diesen Tag mit 7 Gruppen und 33 Enzelflecken, das heißte ich berechnete eine Sonnenfleckenrelativzahl von Re = 103.     Am 20. des Monats wurde der Höchstwert von Re = 208 erreicht. Danach nahm die Sonnenfleckenhäufigkeit ständig ab und erreichte mit Re = 68 am Monatsende seinen Tiefstwert. So stieg die monatliche Relativzahl im Januar auf Re = 152, gegenüber Dezember Re = 119, an.

Am 13. tauchten am östlichen Sonnenhorizont drei neue Gruppen auf. Zwei J-Gruppen der Waldmeierklasse und eine H-Gruppe. Diese H-Gruppe mit der Registrierungsnummer Sok Nr. 1776, sollte im laufenden Monat noch für Überraschungen sorgen. Diese Sonnenfleckengruppe konnte am 16. des Monats bereits mit bloßem Auge beobachtet werden, wenn auch nur blickweise aber eindeutig. Und die Fleckengruppe entpuppte sich als eine E-Gruppe, in der neun Einzel Flecken gezählt wurden. Schon am 17. erhöhte sich die Fleckenzahl auf 19.  Auch an diesem Tag konnte die Fleckengruppe mit bloßem Auge gesehen werden, zwar noch schwach aber konstant (Foto oben rechts). Dies wurde auch von anderen Beobachtern, unabhängig voneinander bestätigt. An diesen Tag wurde deshalb die Sonne auch mit einer Brennweite von nur 300 mm (siehe Bild) aufgenommen. Leider konnte ich mein Vorhaben, die Sonne auch bei ihrem Untergang zu fotografieren, durch bewölkten Himmel, nicht wahrnehmen. An diesem Tag erreichte die Sonnenfleckenzahl in dieser Gruppe 26 Flecken. Am 20. konnte die Fleckengruppe immer noch mit bloßem Auge gesehen werde.  Die Anzahl ihrer Einzelflecken sank leicht auf 22.

Auf Grund ihrer Flächenausdehnung von ~780 Mh (Millionstel Hemisphäre), ist sie bisher die größte, von mir beobachtete, Sonnenfleckengruppe im Aktuellen 25. Sonnenfleckenzyklus. Das Verschwinden der Fleckengruppe am westlichen Sonnenhorizont war witterungsbedingt nicht mehr möglich. Die letzte Beobachtung erfolgte erst wieder am 30. Januar.

Mit sonnigen Grüßen

Klaus Rockmann    

Sonnenobservatorium Kupferberg in Hettstedt

 
13.03.2023  Polarlicht - Sichtungen im Salzlandkreis

Auf der Sonne ist was los. In den letzten 30 Tagen konnten auch in unserer geografischen Breite 2-mal das seltene Schauspiel von Nordlichtern fotografisch und im Video nachgewiesen werden.

Auslöser sind von der Sonne herausgeschleuderte Wolke mit elektrisch geladenen Teilchen, die genau auf die Erde gerichtet sind. Diese brauchen dann für die 150 Millionen Km Sonne-Erde Entfernung etwa 1,5 bis 2 Tage. An der Erde angekommen werden die sie am Erdmagnetfeld entlang geleitet, treten an den polaren Regionen in die Atmosphäre ein und bringen Stickstoff- und Sauerstoffmoleküle in verschiedenen Farben zum Leuchten. Am Nordpol heißt die Erscheinung dann Aurora Borealis und am Südpol Aurora Australis.

Am 25.2.2023 19:30 wurde ein starker Masseauswurf von M6.4 auf der Sonne beobachtet. Vereinsmitglieder bekamen eine Polarlichtwarnung für den 26.2.-28.2. gesendet. Leider war die Wettervorhersage sehr schlecht, weil ein stark bedeckter Himmel vorausgesagt wurde. Am 27. 2. wurden in den Medien viele Sichtungen bis in die Alpen gemeldet.

Unser Vereinsmitglied Matthias Bley aus Bernburg/Stenzfeld wurde nun sehr neugierig und sah die nächtlichen Zeitraffer Aufnahmen seiner AllSky Kamera, die Aufnahmen eines 180° Himmels zum Nachweis von Sternschnuppen macht, durch. Er war sehr begeistert, als er sah, dass gegen 22:30 der Himmel für einige Minuten aufriss und über dem nördlichen Horizont sehr schöne tanzende Lichter zu sehen waren.

 Sein Kommentar auf dem Video war:

“ Was muss das für eine Sonneruption gewesen sein, dass die Polarlichter bei uns in Mitteldeutschland zu sehen sich. Das ist ja der Wahnsinn“

Auch am 13.3. 11:00 gab es einen Masseauswurf mit mäßiger Stärke von C3.1. Doch die elektrisch geladene Wolke muss genau auf die Erde gerichtet gewesen sein, so dass er wieder sehr schöne Polarlichter aufzeichnen konnten.

Das Glück so etwas in unserer Gegend zusehen gehört somit wirklich dem Tüchtigen!

 

 

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